Evangelische Fernbibliothek © 2007-2012
Will
Gott, dass gewisse Leute NICHT zu Ihm umkehren? Natürlich NICHT!
Gott will, dass alle Menschen ewig
gerettet sind (1. Tim. 2, 3-4). Nicht alle Menschen wollen aber mit
Gott etwas zu tun haben. Ewiges Leben gibt es aber nur durch Gott. Wer
sich Gott freiwillig entzieht, kann von Ihm nicht mehr in aller
Ewigkeit beschützt
werden. Wer sich selber zu Gott macht, muss sich selber
schützen. Ein Mensch, der sich selber zu Gott macht, verliert
schlussendlich alle
Fähigkeiten, die ihm Gott gegeben hat.
Der Mensch kann aus sich
gar nichts. Er wird dann ewig getrennt sein von allem, was Leben ist,
wenn er Gott
definitiv ablehnt. Ein Mensch, der Gott ablehnt, kann nicht nach dem
Tod Gott spielen und ein eigenes Universum schaffen. Das geht nicht.
Ein Mensch kann nicht sein wie Gott. Nur Gott selber, Er ist der
Ewigseiende, Er kann alles aus dem Nichts
schaffen.
Aber solange ein Mensch lebt, kann er zu Gott umkehren, egal wieviel Unsinn dieser Mensch angestellt hat. Gott sieht ins Herz und weiss, ob es eine rechte Umkehr ist. Es nützt nichts, das Leben gottlos zu leben und am Ende des Lebens ein Vaterunser ohne echte innere Busse und Reue runterzuraspeln. Aber denen, die es ernst meinen, diesen gegenüber ist Gott gnädig und gerecht und Er wird einem Reuigen seine Sünden von Herzen und mit Freude vergeben. Gott weiss um unsere irdische Schwachheit. Er kennt unsere Umstände und unsere allertiefsten Gefühle, auch die, welche wir vor uns selber verborgen halten.
Auch ein Christ kann und wird sündigen. Gott hasst die
Sünde, aber Er liebt den Sünder und wird auch ihm vergeben,
wenn er Gott um Vergebung bittet.
Das menschliche Bewusstsein existiert ewig
Gott ist ewig. So wie der Körper des
Menschen aus Erde gemacht ist und nach dem leiblichen Tod wieder zur
Erde wird, so ist der Geist des Menschen oder mindestens ein
Rest-Bewusstsein ewig wie Gott selber.
Gott hat den Menschen dazu bestimmt, eine Ewigkeit lang mit Ihm in
Freude und Herrlichkeit zusammen zu sein. Wenn das ein Mensch nicht
will, existiert er trotzdem ewig, aber von Gott getrennt.
Weil der
Geist vom ewigen Gott kommt, lebt der Geist des Menschen ewig fort,
entweder mit Gott in Freude oder von Gott getrennt nicht mehr als
Geist, sondern als Rest-Bewusstsein im ewigen Jammertal, dem ewigen
Feuer der Verdammnis. Der Mensch, der von
Gott zur Ewigkeit bestimmt ist, verliert, wenn er Gott ablehnt, seine Geistigkeit. Wer
Gott
liebt und zu Gott umkehrt, wird jedoch ewig mit Ihm in Freude
zusammensein. "Allen aber, die ihn aufnahmen und an seinen Namen
glaubten, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die nicht aus
dem Blut und nicht durch den Trieb des Fleisches oder den Willen des
Mannes, sondern durch Gott geboren sind." (Joh 9 1,12+13).
Ewige Existenz ohne Gott ist die Hölle
Wer den ewigen Gott, der Liebe ist,
verwirft, hat zwar nicht die Ewigkeit verworfen, aber die Liebe. Wer
die Liebe verwirft, hat das Leben verworfen. Gott kann einem
Menschen nicht seine Ewigkeit wegnehmen. Denn Gottes Geist, aus
dem der menschliche Geist geschaffen ist, lebt ewig. Gott kann Seine
eigene Ewigkeit nicht beschränken. Denn Gott ist das Leben und alles
andere ist Ihm im Innersten fremd.
Daher
wird der Geist eines Menschen, der Gott ablehnt, nicht von seiner
eigenen Ewigkeit getrennt. Wer Gott ablehnt, existiert ewig, aber von
Gott
getrennt. In der Bibel wird dies als der zweite Tod bezeichnet. Der
leibliche Tod ist der erste Tod. Der menschliche Geist, der Gott
ablehnt, verliert im zweiten Tod seine Geistigkeit. Er wird zur
geistlosen, also sinnlosen Existenz auf ewig. Es ist kein geruhsamer
Ewigkeits-Schlaf. Im normalen physiologischen Schlaf bezeugt der
menschliche Geist dem Ich, das
alles in Ordnung ist. Im Tod fehlt dieser Geist. Ohne Geist gibt es
keinen Schlaf. Ewige Geistlosigkeit ist ewige Sinnlosigkeit.
Ichbezogenheit ohne Gott ist Sinnlosigkeit.
Es gibt schlussendlich keine Worte, diesen Zustand final zu beschreiben, weil Worte ja Ausdruck des Lebens sind. Im Gegenteil dazu ist Sinnlosigkeit ist die ewige Wortlosigkeit und Gedankenlosigkeit. In der Hölle kann man wahrscheinlich nicht mehr über die Hölle philosophieren. Denn das wäre ja ein kreativer Vorgang. Deshalb kann man eigentlich auch nicht sagen, der Geist des Menschen lebt ewig, wenn er ewig von Gott getrennt ist, weil er dann in einem gewissen Sinn nicht mehr Geist ist. Auch ein verlorener Mensch hat aber ein präzises Selbstbewusstsein. Ohne Leben gibt es keinen Geist, ohne Geist kein Leben. Es gibt kein Wort dafür, das zu beschreiben.
Ein Nichts ist mehr als jemand, der nicht ist. Der Nichts, der gelebt hat und dann ewig von Gott getrennt ist, wird mehr fühlen als einer, der nicht ist, weil er nie gelebt hat. Der Nichts wird seine ewige Sinnlosigkeit spüren und das ewige Feuer der Verdammnis. Er wird sich die ewig quälende Frage stellen: Warum habe ich Gott abgelehnt? Warum habe ich Gott das Recht auf Existenz verweigert? Warum habe ich geglaubt, die Existenz Gottes würde davon abhängen, ob ich an Seine Existenz glaube? Aber vielleicht ist die Verstocktheit dann so ungeheuer gross, dass ein Verlorener sich selbst diese Fragen dann nicht mehr stellen kann.
Die Bibel sagt uns, wer ohne Jesus stirbt, ist tot und muss auf das Gericht vor dem Höchsten warten. Totsein bedeutet das Ende jeglicher Möglichkeiten bei vollem Bewusstsein. Wie unbeschreiblich schrecklich! Es gibt Menschen, die wegen einer schweren Krankheit und ganz schlimmen Schmerzen keinen Ausweg mehr sehen und sich umbringen. Aber der Punkt ist: Totsein ist noch schlimmer, als ganz schlimm krank zu sein.
Wer hingegen in Jesus Christus stirbt, ist mit dem Heiligen Geist versiegelt und wird durch die Kraft des Heiligen Geistes nach dem leiblichen Tod gleichentags im Himmel auferstehen. Dort gibt es keine Tränen mehr, kein Leid, kein Schmerz, kein Schreien, kein Tod. Ein Christ, der schwer krank ist, weiss, dass Gott ihm nur das auferlegt, was er tragen kann. Daher kann ein Christ sich nicht umbringen, wenn er schwer krank ist, um schneller im Himmel zu sein. Er wartet geduldig, bis er von den Engeln in den Himmel getragen wird.
Das ewige Getrenntsein von Gott nennt die Bibel
Geenna. In den deutschen Bibelübersetzungen wird dieses Wort mit
"Hölle" wiedergegeben. Das Wort Geenna stammt sprachgeschichtlich
vom Hinnom-Tal bei Jerusalem her. Dort haben die kanaanäischen
Atheisten in vorzivilisatorischer Zeit ihren Götzen, die nur in
ihrer Vorstellung existierten, ihre eigenen Kinder auf dem Feuer
geopfert. Und später haben die Juden ihre Toten in diesem Tal
feuerbestattet. Dieses Tal hat der hebräischen Sprache das
Wort Geenna oder eben
"Hölle" gegeben.
Viele Menschen heute stören sich am
Wort
Hölle oder an der Vorstellung der Hölle, weil es Christen
gibt, welche die Nachricht von der Hölle missbraucht haben, um
Menschen zu manipulieren oder sie seelisch zu quälen. Diese Leute,
welche die Hölle missbrauchen als Drohbotschaft, laden viel Schuld
auf sich. Aber der Missbrauch der Verwendung des Wortes Hölle oder
der Vorstellung von der Hölle als wirklichen Ort, hebt den
richtigen Gebrauch nicht auf, über die Hölle nachzudenken.
Der Missbrauch des Höllen-Begriffs
hebt nicht auf, dass Gott uns
vor der Hölle eindringlich warnt, weil Er uns beschützen
will. Es ist auch Missbrauch der geistigen Freiheit des Menschen, die
von Gott geschenkt ist, die Hölle einzig als Erfindung der Kirche
abzutun, weil man ihr fälschlicherweise vorwirft, ihr einziges
Ziel sei die Unterdrückung des Menschen. Die Kirche
hat viele Missbräuche betrieben. Das stimmt. Aber man darf in der
gerechtfertigten Kritik an der Kirche nicht eine nicht gerechtfertigte
Kritik an der Bibel mitliefern. Es ist auch ein Missbrauch der
Meinungsäusserungsfreiheit, wenn die weltlichen Medien nur die
weltlichen Standpunkte über die Hölle erwähnen und die
biblischen nicht. Auch diese Menschen laden viel Schuld auf sich.
Für uns ist nur eines wichtig, damit
wir dieses schwierige Thema begreifen: Es ist Gottes Güte, die uns
zur Umkehr treibt. Es ist Seine Freude, die wünscht, mit uns
für immer in Innigkeit und Freundschaft verbunden zu sein. Es ist
eine herzliche Einladung für absolut alle, ohne
Einschränkung.
Das falsche Bild eines willkürlichen Gottes
Es
gibt die Annahme, Gott
habe bestimmt, dass nur ein Teil der Menschheit ewig gerettet ist. Das
ist insofern schwierig zu beurteilen, weil nur Gott Seine eigenen
Gedanken kennt. Es ist plausibel, anzunehmen,
dass Gott vorausgesehen hat, wer zum Glauben an Ihn kommt
und wer nicht, weil Er der Allwissende ist. Dies wird in Rö 8,
29 auch so angedeutet. Die Gemeinschaft zwischen Gott und dem Menschen
ist ein kreativer Akt Gottes aus dem Nichts. Die Erwählung passiert
jedenfalls nicht aufgrund von guten Werken in der Erkenntnis oder den
Taten eines Erwählten, wodurch auch die finale Erkenntnis über die
Erwählung nicht möglich ist, weil dem gefallenen Menschen die finale
Erkenntnis über etwas generell nicht möglich ist, ausser da wo die
Bibel Auskunft gibt. Die Erwählung ist jedenfalls nicht an irgendwelche
in der Person des Erwählten liegenden Bedingungen geknüpft. Das Heil
des Menschen ist auch nicht an die Erkenntnis über die Erwählung
geknüpft. Es liegt in der Souveränität Gottes, wie er dem einzelnen
Menschen praktische und theoretische Gaben zuteilt. Es liegt daher in
der Souveränität Gottes, Erkenntnisgaben bezüglich der Erwählungslehre
zuzuteilen wie Er will, und es liegt an den Gläubigen, basierend auf
der Bibel zu beurteilen, ob eine Erkenntnis den legitimen
Interpretationsspielraum biblischer Aussagen verlässt oder nicht.
Es gibt das Argument basierend auf Rö 9,13, welcher sich auf Mal 1, 2+3 bezieht. "Jakob habe ich
geliebt, aber Esau habe ich gehasst." Warum hat Gott Esau gehasst? Weil
Er im voraus wusste, dass Esau Ihm sein Herz nicht gibt. Es ist falsch
zu sagen, Gott habe Esau zur Sünde verführt, Ihm sein Herz
nicht zu schenken. Denn Gott ist heilig und gerecht und kann niemanden zur
Sünde verführen, weil Er ohne Sünde ist. Oder es wird
auch Rö 9,15 beansprucht, der sich
auf 2 Mo 33,19 bezieht ("Wem ich gnädig bin, dem bin ich
gnädig; und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich").
Aus
dieser Aussage wird immer wieder mal das Bild eines willkürlichen
Gottes gezeichnet. Das stimmt aber nicht. Gott Willkür vorzuwerfen, ist Sünde.
Nur
Gott kennt seine Gedanken. Es gibt
keinen biblischen Auftrag, alle Gedanken Gottes zu wissen oder wissen
zu wollen. Wir wissen nicht, wie der Heilige Geist um die Menschen
wirbt, von denen er vorher weiss, dass sie sich gegen Ihn entscheiden.
Aber Gott will, dass alle Menschen gerettet sind (1. Tim. 2, 4). Denn
wenn Gottes Geist nicht
aktiv um einen Menschen, der Gott ablehnt, werben würde, wie könnte
dieser Mensch, nach menschlichem Ermessen, die unvergebbare Sünde gegen
den
Heiligen Geist begehen?
Gott sieht voraus, wer Ihn
ablehnt. Gott ist nicht verpflichtet, einem Menschen, der Ihn ablehnt,
alles Gute für immer zukommen zu lassen. Darauf bezieht sich diese
Aussage. Hier gilt Joh 1,9: "Wenn wir aber unsere Sünden bekennen,
so ist er treu und gerecht, und vergibt uns unsere Sünden und
reinigt uns von aller Ungerechtigkeit." Dieses Angebot gilt für
ausnahmslos alle Menschen. Wenn unsere Sünden durch
Jesus Christus bereinigt sind, will Gott nicht mehr daran denken. Und
Er will von uns auch nicht mehr daran erinnert werden.
Gott
ist nach Seinem Willen jemandem gnädig, wenn es zum Beispiel darum
geht, was für Gaben ein Mensch hat. Der eine Mensch mag grosse
Gaben haben, der andere kleine. Es ist Gott, der zuteilt. In einer Uhr
hat es auch grosse und kleine Räder. Sie sind alle wichtig. Gott
schafft die einen Gefässe zur grossen Ehre und andere zur kleinen
Ehre. Sie sind alle wichtig. Die Gesellschaft würde nicht
funktionieren, wenn alle das Gleiche könnten.
Der freie Wille ist ein Gnadengeschenk